Marokko

Unsere Reiseroute:

Reisedauer: 12 Tage
Reiseart: Flugzeug & Mietauto
Unterkunft: Hotels & Zelt
Aktivitäten: Trekking, Wüsten Exkursion, Besuch einer 
Nomadenfamilie, Orientalischee Märkte, Hammam

Was gibts Schöneres als frisch verliebt und ganz spontan einige Tage Ferien zusammen zu kratzen, und wenige Tage später im Flieger zu sitzen? Nicht viel. Eben! Gesagt getan, gings im März 2013 ab nach Marokko. 12 Tage eintauchen ins orientalische Lebensgefühl. Souks, Meer, Berge und Wüste. Vielseitiger und überraschender konnte unsere kleine Reise nicht sein. Hier der Bericht:

Marrakech

Wir starten unsere Reise traditionell. Marrakesh bietet gleich zu Beginn die volle Dröhnung Marokko. Labyrinthartige Souks, aufdringliche Marktschreier, Schlangenbeschwörer, frischer Orangensaft, würzige Düfte, und leckere Tajine – hier findet man alles. Sogar seine Ruhe. Ist man erstmal im Innenhof eines Riads, scheint die Hektik und Hitze vor der Haustüre gelassen. Übernachtet haben wir im Hostel Marrakesh Rouge. Ein kunterbuntes Hostel mit vielen Leuten und Dachterasseneigenen Mini-Schildkröten.

Marrakech – Ouarzazate

Nach 2 Tagen Marrakech starten wir unsere Entdeckungsreise durch das Landesinnere. Mit dem Fernziel Sahara starten wir in Richtung Ouarzazate. Wirklich geplant haben wir unsere Reise nicht vorher. Einzig ein Mietauto haben wir gebucht und uns einen Lonely Planet Reiseführer mitegenommen.

Die Autofahrt über den Tizi n’Tichka nach Ouarzazate dauert ca. 4h. Ist man erstmal aus Marrakesh draussen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Strasse führt durch weite Mondlandschaften, kleine Bergdörfchen, gibt den Blick frei auf grüne Oasen und weisse Berggipfel des Atlasgebirges. Das Wetter wechselt im nu. Mal sonnig, mal bewölkt und windig. Nur schon nach dieser kurzen Strecke waren wir von der Schönheit und Vielseitigkeit dieses Landes überzeugt.

Auf dem Tizi n’Tichka – Pass gibt es eine kleines Restaurant, das zur Stäkrung einlädt. Gleich nebenan befindet sich eine Kooperative für Frauen, welche von Hand Arganöl produzieren. Man kann den Frauen bei ihrem Handwerk zuschauen und sie nebenbei mit dm Kauf ihrer Produkte unterstützen.

Ouarzazate

Gegen Abend kommen wir in Ouarzazate an. Es ist weniger einfach ein Hotel zu finden als erwartet. Trotzdem finden wir mithilfe eines netten Einheimischen noch ein schönes Plätzchen im Hotel La Vallée, und sind da genau zur rechten Zeit am richtigen Ort, wie sich später noch herausstellen wird.

Salem, der uns ans Hotel vermittelt hatte, versuchte uns nach dem Abendessen nämlich ein Trip in die Wüste zu vermitteln. Er erzählte uns von seinem Onkel Hado, der fast sein ganzes Leben Nomade war und sich nun in einem Dörfchen am Rande der Sahara niedergelassen hat. Dieser würde Wüstentouren machen, und er könne uns das Gebiet um den Erg Chegaga zeigen. Wir waren hin und hergerissen. Einerseits kannten wir den Mann kaum, und alles schien sehr unprofessionell zu sein. Andererseits wollten wir unbedingt in die Wüste und möglichst nicht mit einem Grossanbieter aus Europa. Wir suchten das spezielle Erlebnis. Also liessen wir uns tatsächlich – aber mit mulmigem Gfühl – draufein. Salem erklärte uns, wir sollten am nächsten Tag um 16.00 Uhr bei der Tankestelle im Dorf Tagounite auf Hado warten, der weder Französisch noch Englisch sprach, aber uns in die Wüste mitnehen sollte.

Restauranttipp: Douyria – Dormedartajine mit Rosinen und Feigen, Kaninchentajine mit eingelegten Zitronen und Oliven und dazu ein Glas Rotwein bei wunderschönem Ambiente. Wir waren begeistert – und gleich zweimal da!

Ouarzazate – Tagounite

Uns war schon nicht gerade wohl bei der Sache. Trotzdem machten wir uns schon am nächsten Morgen auf den Weg. Wir hatten uns allerdings genügend Zeit einberechnet um unterwegs noch Zeit zu haben für den einen oder anderen Foti-Stopp am Strassenrand.

Tagounite – Erg Chegaga

Und tatsächlich! Da wartete er. An der Tankstelle um 16.00 Uhr Nachmittags in Tagounite: Hado, Unser Guide für die Sahara. Sein 16-Jähriger Sohn Rajid war auch dabei. Die beiden Männer  laden uns als erstes zu sich Nachhause ein, wo wir unser Auto parkieren können für die kommenden Tage.

Im Haus wohnen Hado und seine Frau, sowie ihre 4 Kinder und die Grossmutter. Wir fühlen uns von Anfang an wohl und sind immer mehr davon überzeugt, dass wir uns richtig entschieden haben. Nach dem obligatorischen Willkommens-Minze-Tee, geht das Abenteuer los.

Mit dem Landrover fahren wir rund eine Stunde durch die Steinwüste bis zu unserem ersten Stopp. Wir treffen auf einen anderen Nomaden, Larbi, wo wir erneut zu Minze-Tee und einem kleinen Snack eingeladen werden. Larbi kann Französisch und kann uns viel über das Leben als Nomade erzählen. Rajid, der Sohn des Guides, kocht für uns Tajine. Am Wein den wir von Zuhause mitgebracht haben, haben nicht nur Chrigi und ich Freude, auch die Guides genehmigen sich hier in der Wüste (wo’s niemand sieht) ein Schlückchen Alkohol. Der Sonnenuntergang in der Wüste ist wunderschön, in keine Richtung ist Zivilisation zu sehen. Schon bald wird es dunkel und nach und nach füllt sich der Himmel mit unzähligen Sternen. Die Nomaden haben dieselben Sternbilder wie wir, nur haben sie andere Begriffe dafür. Den Orion nennen sie zum Beispiel “Wüstenmann”. Die Dunkelheit dauert nicht lange an. Schon bald steigt der Mond auf. Wie eine riesige Feuerkugel am Horizon erhellt er den Himmel und die Wüste und lässt die unzähligen Sterne wieder verschwinden.

Wir haben für die Übernachtung in der Wüste unser Zelt dabei. Die ganze Nacht hat es gewindet. Dementsprechend sandig war es am Morgen in unserem Zelt. Doch dies war nicht die einzige Überraschung an diesem Morgen. Vor dem Zelt warteten geduldig zwei Kamele und ihr Führer. Nach dem Zmorge, mussten wir dann unsere reiterischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hoch zu Kamel machten wir eine rund 1 stündige Tour. Wir waren heilfroh einen Führer bei uns zu haben, wir hätten wohl nach kürzester Zeit die Orientierung verloren.

Nach der Stunde Kamelritt schmerzen unsere Hinterteile ordentlich, und wir tauschen den Kamelsattel gerne wieder gegen die Rückbank des Landrovers ein. Unser heutiges Ziel sind die grossen Dünen in Erg Chegaga. Bis dahin, dauerts allerdings einige Stunden.  Ich staune, wie Hado dieses Gefährt durch Steinwüste und Triebsand manövriert, und nie dabei die Orientierung verliert, obwohl wir scheinbar stundenlang ins Nichts hinaus fahren.

Hado nimmt uns an diesem Vormittag mit zu einer befreundeten Familie, welche immer noch als Nomaden leben. Auch hier bekommen wir wieder den herrlich gesüssten Tee und dazu ein frisch gebackenes Fladenbrot  zur Begrüssung. Wir werden herzlich ins Hauptzelt eingeladen. Irgendwie sonderbar, wenn solch verschiedene Welten aufeinander prallen, und trotzdem, nach anfänglicher Schüchternheit beider Seiten, gelingt es uns mit Händen und Füssen uns etwas zu verständigen.

Mittagessen wollen wir allerdings an einem weitern Zwischenziel – in einer Oase. Endlich Schatten nach dieser heissen Fahrt. Und einmal mehr zaubert Rajid innert Kürze en leckeres Mitagessen auf den Tisch. Uns kommt es komisch vor so bedient zu werden. Wir würden gerne mithelfen, doch scheinbar ist das nicht erwünscht … und so lassen wir es uns gut gehen und geniessen es Gast zu sein.

Gegen Abend treffen wir in Erg Chegaga ein. Dünen soweit das Auge reicht, ab und zu zeiht eine Karawane in der Ferne vorbei und es kommt uns vor als wären wir in einer BBC Dok gelandet.

Nach der gefühlt hundertste Tajine, seit wir in Marokko angekommen sind, lassen wir den Abend am Lagerfeuer ausklingen und schlagen unser Nachtlager auf. Diesmal nur mit Himmelszelt – das andere würde sowieso nur sandig werden.

Tagounite – Imlil

Nach 3 Tagen Wüste zog es uns nun in die Berge. Die Rückreise von Tagounite über Ouarzazate, den Tizi n’ Test- Pass bis nach Imlil überraschte uns einmal mehr. Die Landschaft verändert sich noch einmal total. Wir haben definitiv noch nicht alle Seiten Marokkos kennengelernt. Besonders zu empfehlen ist das Bergsträsschen über den Tizi n’ Test Pass.

Jebel Toubkal

Imlil ist der Ausgangspunkt für unser Vorhaben. Wir wollten ein Trekking auf den höchsten Berg Nordafrikas wagen. In Imlil übernachten wir im einfachen Hotel Etoile du Tubkal, und organisieren uns gleich nach dem Frühstück einen Guide der uns auf den Toubkal begleiten wird. Hamid hiess er. Nach dem wir uns mit Händen und Füssen gegen 2 Maultiere und 1 Koch gewehrt haben, sind wir mit Hamid und unserem Gepäck auf dem Rücken losgewandert.

Wir haben die Wanderung in 2 Etappen gemacht. Am 1. Tag wanderten wir von Imlil (1740 m.ü.M.) zur Berghütte “Neltner Refuge” (3207 m.ü. M.)  Und erst am 2. Tag dann erreichten wir den Jebel Toubkal (4167 m.ü. M.). Am selben Tag liefen wir wieder die ganze Strecke runter.

Essaouira

Die letzten Tage wollen wir noch am Meer verbringen. Deshalb fahren wir noch am selben Tag nach Essaouira. In Essaouira besuchen wir ein Hammam, fröhnen dem guten Essen und geniessen unsere letzte Tage Ferien.

Fazit:

Marokko ist farbig, fröhlich, abwechslungsreich, traditionell und modern zugleich. Eine Reise in dieses abenteuerliche Land ist sehr zu empfehlen. In diesen 12 Tagen haben wir wohl das Maximum für uns herausgeholt, doch könnte man sich sicherlich noch länger hier bleiben und man würde immer mehr von diesem vielseitigen Land entdecken.

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