Lac de Joux – Marseille – Calanques

Lac de Joux

Das letzte Abenteuer war schon eine Weile her und auf dem Campingmaterial setzte sich langsam der Staub nieder. Es ist März 2014, die Welt erwacht langsam aus dem Winterschlaf. Grund genug um für ein verlängertes Wochenende dem Alltag zu entfliehen und den Gutschein vom hinterlegten GA zu nutzen. Ab in die Natur!

Mit der Idee eine Nacht im Zelt zu Übernachten hat sich Romina online nach einem schönen Schlafplatz umgesehen. Mit Sack und Pack sind wir gegen Abend mit unserem GA nach Le Lieu gefahren. Es war bereits Abend als wir ankamen. In Le Lieu kann man  in wenigen Minuten durch den Wald zum Ufer des Lac de Joux hinunter laufen. Es hat einen Wanderweg dem ganzen See entlang. Wir brauchen nicht lange, bis wir ein schönes Kiessträndli  finden, wo wir uns für die Nacht installieren wollen. Wir machen ein Feuer und geniessen die Abendstimmung. Kaum ist die Sonne weg wird es kalt …und immer kälter.

Die Nacht war die längste Nacht meines Lebens. Trotz neuem Campingmätteli, gutem Zelt und Kanada-erprobtem Schlafsack froren wir in dieser Nacht wie noch nie in unserem ganzen Leben. Erst nach unserem kleinen Winter-Abenteuer haben wir herausgefunden, dass der Lac de Joux in einem komplett abgeschlossenen Hochtal liegt, weshalb sich im Winter ein Kaltluftsee ansammeln kann. Der See ist dementsprechend bekannt dafür regelmässig gefroren zu sein, und deshalb geeignet zum Schlittschuh laufen…und weniger zum Campieren im Winter…

Die ersten Sonnenstrahlen und der heisse Kaffee waren sooo wohltuend. Doch es dauerte einige Zeit bis unsere eingefrorenen Glieder wieder beweglich wurden. Nichtsdestotrotz entschieden wir uns unser Zeug zusammen zu packen, zum nächsten Bahnhof in Solliat-Golisse zu gehen und von da aus die schnellste Verbindung an die Wärme zu nehmen.

Marseille

Die Entscheidung fiel auf Marseille. Weils dort warm ist, Meer hat, Muscheln gibt und wir Lust darauf hatten.

Wir haben in Marseille ohne Reservation ein richtig tolles Hostel gefunden. Das Hostel “Vertigo Vieux-Port” ist modern und mit viel Liebe zum Detail künstlerisch eingerichtet. Ganz in der Nähe des Hafens kann man hier zu günstigen Preisen chic übernachten. Gleich um die Ecke offerieren diverse Restaurants ihre preislich attraktivsten 3-Gänge Menüs an. Überall gibts alle möglichen Meeresfrüchte und französische Spezialitäten. Dennoch gibt es qualitative und preisliche Unterschieden unter den Restaurants und es schadet nicht, sich ein wenig Zeit mit der Auswahl zu lassen und nich gleich ins erste Restaurant zu springen.

Am zweiten Tag erkundeten wir Marseille zusammen mit Helena, die wir im Hostel kennengelernt haben. Auf dem Haushügel steht die Kirche “Notre-Dame de la Garde”. Von hier oben hat man eine wunderbare Aussicht auf den Hafen und die Stadt und wenn sich jemand für Kirchen interessiert, gibt es hier ein schönes Exemplar, welches man von innen besichtigen kann.

Calanques

Unweit der Stadt befinden sich die fjordartigen Calanques von Marseille. Mit dem Bus fährt man bis zur “Faculté des Sciences de Luminy”. Von hier aus kann man durch den Park bis zu den Calanques gehen. Das Gebiet ist mittlerweile als Nationalpark geschützt und sehr beliebt bei Wanderern, Kletterern aber auch Spaziergängern.

Uns hat es hier sehr gut gefallen. Man kann Ewigkeiten umherwandern und sich völlig vergessen im wirren Netz der viel Trampelpfade. Hinter jeder Ecke entdeckt man immer wieder neue, atemberaubende Aussichten.

Fazit:

Einmal mehr sind wir in nur wenigen Tagen mit einem kleinen Abenteuer unserem Alttag entflohen. Ja, es war doch ziemlich kalt in der ersten Nacht, und ja, wir haben einen weiten Weg auf uns genommen für die wenigen tage, die wir zur Verfügung hatten. Und trotzdem, es hat sich gelohnt! Was wäre denn ein Abenteuer ohne Ungereimtheiten? Langweilig!

Etwas haben wir dennoch gelernt: Man informiert sich vorher wo man da genau campieren wird im Winter und man zeltet vielleicht nicht im März (wenn noch Schnee liegt) an einem der kältesten Orte der Schweiz. Basta!

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