Kanada

Girls-Trip. 4 Wochen Kanada im August 2013 . Mit Mietauto, Schlafsack, Mätteli, Kocher und Zelt. Das Ziel: Nicht von einem Grizzly gefressen zu werden :-)

Unsere Route

Tag 1: Zürich – Vancouver

Zwischenfall am Flughafen Zürich. Romina hat keinen Biometrischen Pass – und unser Rückflug ist via USA… Guter Start in unsere Ferien! Doch alles halb so wild. Romina kann für einen Aufpreis ihr Rückflugticket umbuchen. Phu… Glück gehabt. Gina ist standby geflogen und erwartet uns schon in Vancouver. Wir treffen sie im C&N Backpackers Hostel, wo wir unsere erste Nacht in Vancouver verbringen werden.  Vancouver zeigt sich an diesem Abend von seiner schönsten Seit. Bei goldiger Abendstimmung essen wir am Hafen im Mahony and Sons richtig gut Znacht und stimmen uns auf die kommenden vier Wochen ein.

Tag 2: Vancouver – Alice Lake Park

Joggen, Starbucks-Kafi zum Zmorge, Mountain Equipment Company, Burger essen, Auto mieten, Losfahren! Mit 2 Bärensprays, Ginas umgeknickten Fuss, 3 vollen Mägen und gaaanz viel Nerven im Gepäck schlängeln wir uns durch die Strassen des Grossstadtjungels und kommen der Wildnis immer näher. Unser Zelt erhält seine Premiere im Alice Lake Park. Wir haben das einzige Iglu weit und breit. Um uns rundherum nur so Risenboliden. Wenn uns nur die Bären nicht auffressen in der Nacht… Diese Angst wird vor allem mich noch die ganze Reise verfolgen :)

Tag 3: Alice Lake Park – Joffre Lakes Provincial Park – Whistler – Lillooet

Nach einem erfrischenden Morgenschwumm setzten wir unsere Reise fort. In Whistler bleiben wir nur kurz, da das Wetter ziemlich schlecht war, und wir da noch nichts vom Biken verstanden. Wir waren uns allerdings einig. Hier wollen wir zurück. Ob im Winter oder im Sommer. Es gibt haufenweise coole Cafés, lässige Leute und der Berg ruft …

Das tolle an Kanada ist, dass sich hinter jedem Strassenschild, auf dem irgend ein See oder ein Proviancial Park angegeben ist, plötzlich, nach wenigen Gehminuten das Paradies verstecken kann.

Die Landschaft wird, je näher wir Lillooet kommen, immer karger. Auch die Stadt wirkt irgendwie verlassen oder ausgestorben. Es hat zwar einige kleine Läden und ein Restaurant, viele Leute trifft man allerdings nicht unterwegs. Die Zeit scheint hier stillzustehen. Wir übernachten auf dem Seton Lake BC Hydro Campground. Dieser befindet sich etwas ausserhalb de Örtchens und ist gratis.

Tag 4: Lillooet – Okanagan Valley

Tag 4 war ein noch kilometerreicherer Tag als die letzten. Unser Ziel war das Okanagan Valley. Diese Region bietet ein für Kanada aussergewöhnliches Klima, es ist ausgesprochen warm und trocken. Viele Weingüter haben sich deshalb hier niedergelassen. Da es Freitag war, und die Kanadier übers Wochenende gerne auf ihren Lieblingscampingplatz fahren, fanden wir keinen Campingplatz für diese Nacht. Also beschlossen wir (trotz Bären-Paranoia und “es-ist-doch-Verboten-Ängste” meinerseits) unser Zelt auf einem Strand neben dem schönen Bear Creek Campingplatz aufzuschlagen.

Tag 5:  Cedar Creek Winery

Unser heutiges Tagesziel bestand aus zwei Punkten. 1. Einen Zeltplatz zu finden und 2. Wein zu degustieren. Da wir irgendwie keinen geeigneten Campingplatz gefunden haben, und nach der Weindegustation niemand mehr fahren wollte, haben wir uns kurzerhand auf einem Hügel ganz in der Nähe eingerichtet. Gottseidank! Nach der Degustation auf der Cedar Creek Winery war nichts mehr mit Autofahren. Zurück im Zelt, mussten wir uns aber zugestehen, dass uns schon nicht ganz wohl ist bei der Sache. Irgendwelche Tiere statteten uns nämlich in der Nacht einen Besuch ab und weilten die längste Zeit um unser Zelt herum.  Und wir wissen bis heute nicht, was für ein Tier es war…

Tag 6:  Okanagan Valley – Arrow Lakes – Naksup – Revelstoke

Um nach Revelstoke zu kommen, wollten wir den Umweg nehmen. Und es lohnte sich richtig! Zwei Mal nehmen wir die Fähre über die Arrow Lakes. In Naksup springen wir sogar in den See rein. Die Erfrischung tut uns gut, nach so vielen Stunden im Auto.

Revelstoke war etwas enttäuschend. Wir haben uns auf einen etwas lebendigeren Ort gefreut, und das immer noch triste Wetter half auch nicht. Immerhin gab es ein Liquor Store. Dementsprechend schnell haben wir uns mit 3 feinen Bieren auf einen Campingplatz zurückgezogen. Wir leben hauptsächlich mit der Sonne, sobald diese untergeht, hält auch uns nicht mehr viel wach, und das Bier tut natürlich seinen Rest.

Tag 7: Revelstoke – Yoho National Park

Eigentlich wollten wir an diesem Tag eine Wanderung im Glaciers Nationalpark   unternehmen. Doch eine Bärenwarnung machte uns einen Strich durch die Rechnung. Ausserdam war es einmal mehr sehr regnerisch und kalt und wir sehnten uns nach einem trockenen Bett. Gut gab es eine Jugendherberge im Yoho Nationalpark. Das Whiskey Jack Hostel, hat keinen Stromanschluss, ist extrem gemütlich und genau das Richtige für diese Nacht. Wir haben das Bett so richtig genossen. Im Yoho Nationalpark gibt es ausserdem noch einen schönen Campingplatz gleich bei den Takakkaw Falls, für ein andermal.

Tag 8: Yoho National Park – Iceline Trail – Banff

Vom Hostel aus kann man diverse Wanderungen machen. Wir entscheiden uns den Iceline Trail zu machen. Durch schöne Wälder führt der Trail immer weiter in alpine Höhen, wo man schlussendlich dem Gletscher so nah ist, dass man ihn berühren kann. Gleichzeitig hat man atemberaubende Aussicht auf die Takakkaw Falls. Eine lohnenswerte kleine Wanderung.

Noch am selben Tag fahren wir weiter. gegen Abend kommen wir in Banff an. Die Campingplätze sind zu unserem erstaunen voll. Im Tunnel Mountain Village I finden wir für eine Nacht einen Zeltplatz, dafür stehen wir aber rund eine halbe Stunde im Stau vor dem Camping-Eingang. So was hab ich auch noch nie erlebt. Znacht hatten wir in der Old Spaghetti Factory – nicht zu empfehlen, Touri-Food!

Tag 9: Banff – Delburne

Brrr! Die Nacht war extrem kalt. Gina, die mit dem schlechtesten Schlafsack von uns dreien ausgestattet war, fror so dermassen, dass sie mitten in der Nacht unter die warme Dusche stand. Wir waren alle froh, als der Morgen anbrach und es Zeit für eine Kaffee in einem Café wurde. Um 7 Uhr standen wir bereits vor dem Starbucks. Das heutige Tagesziel war dementsprechend eine wärmen Schlafsack für Gina zu besorgen. Obwohl, die nächsten Nächte sollten wärmer werden. Wir wollten nämlich für einige Tage nach Alberta fahren um Gina’s Bekannte zu besuchen.

Doch die Reise nach Delburne war doch etwas mühseliger als erwartet. Erstens dauert es eeeewigs. Zweitens hatten wir nicht genügend getankt, verfuhren uns und hatten erst noch kein Signal auf dem Handy. Und wo die Rietmanns genau wohnten wussten wir auch nicht. Wir dachten schon unser Auto liegt mitten im nirgendwo ab, denn weit und breit war nichts ausser Felder, keine einzige Lampe schien. creepy. Das letzte Füllstand-Lämpchen blinkte schon seit Ewigkeiten. Irgendwann tauchte wie aus dem nichts eine Tankstelle auf. Erleichterung machte sich breit … aber nur solange wir den komischen Typen im Pickup noch nicht bemerkt hatten. Er fuhr zur gleichen Zeit an die Tankstelle ran und beobachtete uns die ganze Zeit ohne dabei aus dem Auto zu steigen. Wir trauten uns kaum aus dem Auto. Nach einigen Minuten der Angst, lässt der Fahrer die Scheibe runter und sagt in breitem Schweizerdeutsch: “Hoi Gina! Ich bi dä Ernst!” Läck, fiel uns ein Stein vom Herzen. Erstens, weil niemand uns entführen wollte, Zweitens weil unser Auto nun endlich gefüttert werden konnte und Drittens, wir hatten Ernst Rietmann getroffen, der uns entgegenfuhr und mit zu seiner Farm nahm. Was für ein Glück wir doch hatten!

Tag 10: Delburne, bei Familie Rietmann

Endlich schönes Wetter! Die Rietmanns haben einen Fischpond, wo sie eigene Regenbogenforellen züchten. Wir geniessen das sünnele und bädälä und sind froh für einmal nicht Auto fahren zu müssen. Wir werden so herzlich von Familie Rietmann beherbergt und versuchen ihnen auch etwas Unterstützung auf dem Hof zu bieten. Zum Znacht gibts frisch gefischte Regenbogenforelle aus dem Pond mit super Ausblick auf den farmeigenen See.

Tag 11: Delburne, bei Familie Rietmann

Einen weiteren Tag dürfen wir beiden Rietmanns bleiben. Wir helfen auf der Farm und erkunden am Abend die Landschaft Albertas hoch zu Ross. So habe ich mir die Prärie vorgestellt. Flach, trocken, staubig und trotzdem irgendwie wunderschön. Den Ritt machen wir von der TL Bar Ranch (Trochu) aus in das Red Deer River Valley. Wer gerne reitet sollte Kanada unbedingt auch per Pferd erkunden. Ein andermal könnte ich mir sehr gut vorstellen einen Wanderritt durch die Rockies zu machen.

Tag 12: Delburne – Icefield Parkway – Banff

Um 4 Uhr 30 stehen wir auf und fahren kurze Zeit später los. Wir erhoffen uns so früh am Morgen vielleicht auf Wildtiere zu stossen. Wir hatten bis jetzt weder Bär, noch Elch oder Hirsch gesehen. Das frühe Aufstehen lohnte sich so richtig. Wir wurden mit dem klarsten Wetter belohnt… und mit zwei Schwarzbären neben dem Highway!

Beim Icefield Parkway machten wir eine kleine Wanderung zum Athabasca Glacier. Eindrücklich ist hier zu sehen, wie stark der Gletscher in den letzten Jahren zurückgegangen ist.

Am Abend sind wir bereits wieder zurück in Banff. Wir übernachten nochmals auf dem selben Campingplatz wie letztes Mal. Diesmal mit wärmeren Schlafmaterialien im Gepäck. Für einen Pub-Besuch sind wir nochmal ins Städtchen gefahren. Just zu diesem Zeitpunkt hielt eine riesen Gewitter Einzug. Wir waren froh, konnten wir in ein trockenes Gebäude stehen, bis sich die Wolken geleert hatten. Als wir später zu unserem Zelt zurückkehrten war dieses verschwunden. Wir fanden es dann einige Meter weiter drüben in den Büschen wieder.

Tag 13: Banff – Glacier National Park

Im Glacier National Park endet der erste Teil unserer Kanada-Reise. Das letzte Mal zelten in den Rocky Mountains – auf dem Illecillewaet Campground. Wir schaffens trotz plitschnassem Holz ein Feuer zu entfachen, und darauf Schoggi-Bananen zu machen. Mmmhh…

Tag 14: Glacier National Park – Vancouver

Eigentlich wollten wir unsere Wanderung nachholen. Dazu haben wir am Vortag mit anderen Wanderern abgemacht. Denn es war immer noch eine Bärin mit ihren beiden Jungen in der Region – und man sollte mindestens zu viert wandern deshalb. Doch als wir aufwachen, die Enttäuschung. Der Regen prasselt auf unser Zelt. Von Wanderwetter keine Spur, und unsere Wanderpartner dachten wohl dasselbe und warteten nicht wie abgemacht am Treffpunkt. Grund genug für uns direkt nach Vancouver zu fahren und dort unser Auto abgzugeben. Wir wollten weiterziehen.

Tag 15: Vancouver – Victoria

Das Mietauto haben wir abgegeben. Nach einer Nacht im Trockenen macht an diesem Tag Jeder was er gerade Lust drauf hat. Gina fährt mit dem Velo durch Vancouver, Romina und ich machen den Urban Outfitters & Co. unsicher. Am späteren Nachmittag nehmen wir die Fähre nach Vancouver Island. Rund 2 Stunden dauert die Überfahrt durch das Insel-Labyrinth.

In Victoria herrscht immer noch britisches Wetter. Wir checken im HI Victoria ein. Im AZUMA gönnen wir uns 2 ganze Sushi-Schiffe zu Znacht. Ich hab noch nie so viel Sushi gegessen an einem Abend, aber wenn man mal zu bezahlbaren Preisen gutes Sushi bekommt, muss das genutzt werden. Kino steht auch noch auf dem Programm. Nach 2 Wochen Camping geniessen wir es so richtig in einem lebhaften Städtchen zu sein.

Tag 16 & 17: Victoria

Wir verbringen die Tage im Royal BC Musem & IMAX, beim Italiener, im Sitka-Shop, am Hafen, beim Inder und entdecken Victoria per Scooter.

Tag 18: Victoria – Ucluelet

Wir reisen per Bus nach Ucluelet. Vancouver Island zeigt sich von seiner mystischen Seite. Sonnenstrahlen scheinen durch den nebelverhangenen Urwald. Ucluelet ist ein kleines Örtchen am Meer. Ein bisschen alternativ, mit Surfer-Vibe und malerischer Landschaft. Wir wollen für einige Tage im Surfs Inn bleiben. Das Hostel ist total schön und gemütlich gemacht, der Staff ist nett und wir haben eine ideale Ausgangsalge zur Erkundung der Gegend.

Tag 19: Ucluelet

Traumhafte Morgenwanderung mit Romina. Wir laufen dem Pacific Coast Trail entlang. Sonne, Tau, Farben, Meerluft, Boah!

Tag 20: Ucluelet

Am Wickaninnish Beach stürzen wir uns in die Wellen. Wir surfen bis zum Sonnenuntergang. Um all die schönen Strände zu erreichen sollte man ein Auto haben, der Bus zwischen Ucluelet und Tofino fährt vielleicht zwei mal am Tag. Eine andere beliebte Möglichkeit ist hitchhiken. Wir habens probiert, und uns in den verschiedenen Autos köstlich amüsiert.

Tag 21: Ucluelet

Whale Whatching mit Jamie’s Whale Watching Station. Es war der günstigste Anbieter, und wir konnten gleich in Ucluelet starten. Marla war unsere Bootskapitänin und hat uns mit Begeisterung über die Gegend und Wildtiere erzählt. Wir hatten an diesem Tag Glück und sahen Humpback Wales, Seals, einen Bald Eagle und viel mehr. Leider war Romina hier nicht mehr dabei. Sie machte sich auf in Richtung Nanaimo, wo sie die Heimreise antreten musste, wegen anstehenden Prüfungen. Für den Rest der Reise waren wir also nur noch zu zweit unterwegs.

Tag 22: Wickaninnish Beach 

Tag 22: Tofino

Ich denke es immer wieder. Diese Landschaft hier ist ein Traum. Überall kleine, mit Wald bewachsene Inselchen, Schöne Fischerhäfen, die Wildtiere, Berge, das Meer. Ich muss hier unbedingt zurückkehren.

Wir nahmen den Bus nach Tofino, um uns das etwas touristischere Dörfchen (im Gegensatz zu Ucluelet) anzuschauen. Da es keinen Bus retour mehr gab an diesem Tag machten wir Autostopp. Ein paar nette Fahrer liessen uns beim Wickaninnish Inn raushüpfen. Just zum Sonnenuntergang waren wir da.

Da wir für diese Nacht kein Hostelzimmer mehr gebucht hatten, durften bei Max (einem Hostel-Angestellten & Surflehrer mit dem wir uns angefreundet hatten) in seiner WG übernachten. Aber nicht bevor wir und im Pub eines seiner Konzerte angehört zu haben.

Tag 22: Tofino – Victoria

In Victoria machten wir lediglich einen Zwischestopp. Von hier aus nahmen wir die Fähre nach Port Angleles, um von da weiter nach Seattle zu reisen.

Tag 23 Victoria – Port Angeles- Seattle

In aller Herrgottsfrühe fuhren wir aus dem Hafen von Seattle. Die Bordkontrollen, die wir für die Einreise in die USA passieren mussten, machten nicht den freundlichsten Eindruck. Hauptsache sie liessen uns durch.

In Port Angeles hatten wir dann Zeit für ein Frühstück und tingelten durchs Örtchen. Weiter gings mit dem Bus und nochmals mit der Fähre.

Tag 24 & 25: Seattle

Sightseeing in Seattle. Die Stadt zeigt sich von ihrer sonnigen Seite und ist wirklich schön und abwechslungsreich. Wir schauen uns ein Baseball- und Soccergame an, schlendern durch lauschige Strassen,  stöbern in kleinen Shops, trinken Kaffee und besichtigen den Pike Market Place.

Seattle war der letzte Stopp unserer Reise. In einem Monat haben wir so viel erlebt, gelacht, geweint, gegessen, getrunken, geföttelet und gesungen. Es hat richtig gut getan. Diese Reise wird uns Dreien noch lange in guter Erinnerung bleiben.

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