Lappland

Unsere Reiseroute (Karte): 

Rovaniemi
Santa Clause Village
Arctic Circle Wilderness Lodge
Pyhä Ski Resort
Helsinki
Rovaniemi
Reisedauer: 11 Tage
Reiseart: Flugzeug, Mietauto
Unterkunft: Hostel, Apartment, Hotel
Aktivitäten: Snowboarden, Freeriden, Schneeschuhwandern,Fotografieren, Sauna, Relaxen, Sightseeing

Schon immer mal wollte ich ins Winterwunderland “Lappland”. Doch alle üblichen Reiseangebote schienen finanziell immer weit entfernte Ziele für mich zu sein. Deshalb beschloss ich mich im Internet nach Möglichkeiten umzuschauen um günstige Ferien im hohen Norden zu machen. Und siehe da – es gibt durchaus Möglichkeiten mit einer “selbstgestrickten” Reise günstig(er) Lappland zu bereisen.

Transport:

Im Winter fliegt Germania direkt von Zürich nach Rovaniemi. Inklusive Sondergepäck kann man für rund 280 Franken einen Retour-Flug in den Norden buchen. Wir nahmen per Sondergepäck unsere Snowboards, Schneeschuhe, Lawinenausrüstung etc. mit. Wir wollten nämlich möglichst viel Outdoor-Aktivitäten auf eigene Faust machen. Denn was hier das teure ist, sind vor allem die buchbaren Aktivitäten wie Husky-Safaris, Renntier-Schlittenfahrten, geführte Schneeschuh-Touren, Nordlicht-Expeditionen etc.
Für unsere Reise buchten wir einen Mietwagen bei Avis. Alle Mietautoanbieter sind ähnlich teuer. 10 Tage Mietwagen kosten 350 Franken, ohne Benzin. Wir hatten die 2. kleinste Klasse gemieten, damit auch die Snowboards reinpassten, und bekamen einen Skoda Fabia. Automatisch bei jedem Mietwagen mit dabei ist eine ominöses grünes Kabel. Damit kann man das Auto einige Stunden vor der Fahrt aufwärmen. Ganz praktisch, bei Minus 20 Grad Celsius.

Santa Clause Village


Nur 3 Kilometer vom Flughafen Rovaniemi entfernt befindet sich dieser Themenpark zu Ehren des Samichlaus, der jährlich Unmengen von Touristen anzieht. Carweise landen Leute jeglicher Herkunft hier und wollen in die Weihnachtswelt eintauchen. Da wir sowieso hier vorbei fuhren, machten auch wir einen Abstecher dahin. Extra hingefahren wären wir allerdings nicht. Die meisten Leute kommen her, um den Weihnachtsmann persönlich zu treffen. Hier befindet ich nämlich das “Santa Claus’ Main Post Office“, wo der “Weihnachtsmann” mit jedem Besucher ein kleines Schwätzchen hält. Fotos zu machen ist nicht erlaubt. Diese kann man nämlich nach dem Treffen teuer erstehen (3o Euro!!). Weitere Attraktionen sind allerlei Souvenirshops, Renntierfahrten, Huskyabenteuer, Erlebnisrestaurants und eine Tafel, die den Polarkreis markiert. Unser Ding war die Santa Clause Village nicht so. Nichtsdestotrotz liessen wir uns darauf ein und mussten am Schluss zugeben, dass wir doch ein wenig auf die Winterwunderwelt Lapplands eingestimmt wurden.

Arctic Circle Wilderness Lodge

Für die erste Nacht leisteten wir uns eine Übernachtung in einer Lodge unweit von Rovaniemi. Da Januar Nebesaison ist, waren wir beinahe die einzigen Gäste. Die Lodge befindet sich in der Arctic Circle Hiking Area. Es gibt diverse Wanderwege, die man auch im Winter mit Schneeschuhen begehen kann.

Der erste Morgen in finnisch Lappland zeigt sich erstaunlich hell und freundlich. Frischer Pulverschnee bedeckt die Landschaft sanft. Wir erkunden die Gegend mit Schneeschuhen und werden verzaubert.

 

 

 

 

Pyhä-Luosto-Nationalpark

Um zu unserem eigentliche Ziel in Lappland zu gelangen, machen wir einen kleinen Umweg. Über die Route 82 gelangen wir nach Naarmantie, wo wir Richtung Kemijärvi abbiegen. Von dort aus ubfährt man den Nationalpark im Gegenuhrzeigersinn, kommt an Luosto vorbei und kann schlussendlich Pyhä im Süden anpeilen.

 

 


Unterwegs sind wir vergeblich auf der Suche nach einem Ort, wo wir Zwischenstopp für eine Mahlzeit machen können. Erst in Luosto werden wir fündig. Die meisten Restaurants sind an ein Hotel angegliedert. Wir bekommen einen kleinen Snack im Grill und Café Leuku.


Für die nächsten Tage haben wir uns ein Apartement im Skiresort Pyhä gebucht. Hiermit fahren wir am günstigsten. Im Preis inbegriffen sind nämlich Skitickets für alle Tage, sowie eine eigene Küche, was uns nicht zwingen sollte jedes Mal ins Restaurant zu gehen. Die Idee unseres Aufenthaltes, war es die Gegend mit Schneeschuhen und Snowboard zu erkundigen. Alle Touren, die man buchen kann, sind sehr teuer. Also haben wir uns bei der lokalen Skischule schlau gemacht und versuchten es auf die eigene Faust. Es gibt eine Karte der Gegend:

Routenvorschlag für Skitour

Dauer: 4-5h Karte: von der Skischule (gratis) Lawinen-Builletin: http://ilmatieteenlaitos.fi/lumivyoryennuste Route: Vom Appartement aus läuft man ca 20 Minuten bis zur Isokuru-Hütte. Dort gibt es unter anderem eine Feuerstelle und ein Wilderness-WC. Wenn man Glück hat laufen die Bahnen,so kann man auch hoch auf den Gipfel des Skigebiets (Kultakero eli Ykkönen) und bereits eine Powder-Abfahrt durch den Wald bis zur Isokuru-Hütte geniessen. Bei der Hütte angelangt, findet man eine steile Treppe, welche ins Isokuru-Tal hinunter führt. Unten angelangt, kann man die Schneeschuhe montieren.Wenn man Glück hat gibt es schon Spuren entlang dem Grat hoch bis zumUkonhattu eli Kakkonen. Im rot schraffierten Teil, sollte man sich nicht bewegen, da hier die Hänge sehr steil werden können. Von der Isokuru-Hütte bis zum Gipfel benötigten wir rund eine Stunde. Oben angekommen halten wir uns weiter in der Nähe der Baumgrenze auf. Es windet arg, und so traversieren wir weiter westlich, was uns weitere 20 Minuten kostet. Oben angekommen ist die Aussicht gigantisch. Der kurze und relativ mühelose Aufstieg lohnt sich allemal. Die Line ins Tal runter kann man sich aussuchen. Wir hatten trotz wenig Schnee eine Traum-Abfahrt. Die Kunst ist es, dann unten angekommen, bei Oravalampi, den Schneehschuhpfad zurück wieder zu finden.Bis zurück ins Dorf sind gute 1.5-2 Stunden zu rechnen.Als Alternative kann am Ort des Aufstiegs wieder herunter fahren.

 

 

 

 

 

 

Kopara Rentier-Farm

Bei schlechtem Wetter und Wind bietet sich ein Besuch bei der Rentier-Farm an. Unweit von Pyhä kann man die durchaus süssen Tiere besuchen und sogar füttern. Gleich nebenan befindet sich eine Husky-Farm. Verpflegen kann man sich ebenfalls bei Rentier-Suppe und finnischem Gebäck.

 

 

 

Wilderness-Dinner

Die Isokuru- Hütte bietet sich für einen Znacht in der Wildnis wunderbar an. Finnische Cervelas mit “Polar”-Käse und trockenem Brot… Sehr deliziös. Aber der Stimmung tats keinen Abbruch.

 

Rentierfleisch

Wir musstens probieren! Chrigi war begeistert, ich weniger. Wir assen Reindeer Stew in der Ravintola Huttuhippu, einem gemütlichen Restaurant, unweit von unserem Apartement. Ein Versuch war’s allemal wert.

Das Wetter und die Polarlichter

Fehlalarm. Keine Aurora in Sicht. Dafür spielt das Wetter die ganze Zeit zu verrückt. Leider müssen wir oft mit bewölktem Himmel vorlieb nehmen. Zudem windet es stark. Einerseits laufen selten mehr als zwei Skilifte, andererseits wirds auch nicht wärmer mit Wind. Apropos Temperatur. Unüblicherweise hält sich das Thermometer nicht so tief in diesem Januar, wie normalerweise zu dieser Jahreszeit. In einer Nacht steigen die Temperaturen sogar über Null Grad Celsius. Dazu regnet es. Der ohnehin schon spärliche Schnee wird von den Bäumen weggegeputzt, und der Powder vom Vortag ist definitiv Geschichte. Trotz Regens geben wir nicht gleich auf und versuchen uns nochmals mit einer kleinen Tour am Folgetag. Auf die kitschige Morgenstimmung folgt ein sonniger Tag, zu unserer Freude. Wir steigen nochmals gleich auf, wie das letzte Mal. Der Schnee ist schwer, die Landschaft nicht mehr gleich winterlich. Es fühlt sich an wie Frühling. Im obersten Abschnitt finden wir, zu unserem Erstaunen noch einige schöne Lines, doch je tiefer wir kommen, desto schwerer wird der Schnee.

Skigebiet Pyhä

Das Skigebiet ist mit seinen 9 Liften und 14 Pisten eher klein. Bei unserem Besuch laufen meist nur 2 Skilifte und keiner bis auf den Gipfel. Dies machte es für uns nicht sehr attraktiv. Preislich lohnt es sich kaum, bei Tageskarten-Preisen bis zu 43 Euro. Wir hatten vor, die Lifte vor allem als Zubringerdienst zu nutzen, um schneller Freeriden zu können, ohne allzuviel Aufstiegszeit. Leider ging unser Plan nicht ganz auf, so mussten wir uns halt ein bisschen sportlicher betätigen. Auch gut.

Rovaniemi

Ziemlich ausgestorben. Hier befinden sichr vor allem Hotels, Touren-Anbieter und Restaurants. Eine kleine Perle konnten wir ausfindig machen. Im Pure Burgers gibts super gute und frische Burger, mit Tee und Kafi zum nachfüllen und angegliedertem Skateshop.


Ein Hoteltipp haben wir ebenfalls. Wir nächtigten im Hostel Café Koti. Eine junge, moderne Unterkunft mit feinem Frühstück inklusive. Preislich mit 100.- pro Nacht saftig, aber immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu den anderen Übernachtungs-Möglichkeiten.

Planänderung

Eigentlich wollten wir die ganzen Ferien in Lappland verbringen. Doch die Tatsache, dass der Powder weg und kein Neuschnee in Sicht war, trieb uns zu einer Verzweiflungstat. Kurzerhand fuhren wir nach nur 6 Tagen in Lappland zurück nach Rovaniemi, wo wir einen Direktflug nach Helsinki buchten, um dort die andere Hälfte unseres Urlaubs zu verbringen.

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